
Hörgeräte verbesserten einige Denkleistungen, ein Schutz vor Demenz ist aber nicht belegt
- Randomisierte Studie
- 703 ältere Menschen
- 2 Jahre
Schwerhörigkeit wird mit Demenz in Verbindung gebracht. Da liegt die Frage nahe: Schützt eine Behandlung des Hörverlusts auch das Gehirn? Die CHOICE-Studie, am 28. September in JAMA Neurology erschienen, ist dem in China nachgegangen.
Teilgenommen haben 703 ältere Menschen, im Schnitt etwa 74,5 Jahre alt, mit mittel- bis hochgradiger Schwerhörigkeit und leichter kognitiver Beeinträchtigung – also Gedächtnis- und Denkproblemen, die noch nicht als Demenz gelten. Per Los bekam ein Teil von ihnen Hörgeräte, der andere eine Schulung zur Hörgesundheit. Danach wurden alle zwei Jahre lang begleitet.
In der Hörgeräte-Gruppe verbesserten sich die Ergebnisse in Denktests bei 15,34 Prozent, in der Schulungsgruppe bei 2,36 Prozent.
Bei der Demenz fällt die Antwort weniger eindeutig aus. Innerhalb von zwei Jahren entwickelten 3,09 Prozent der Menschen mit Hörgeräten eine Beeinträchtigung auf Demenzniveau, in der Schulungsgruppe 4,74 Prozent. Dieser Unterschied ist statistisch nicht signifikant und könnte daher auf Zufall beruhen. Bessere Testergebnisse und ein Schutz vor Demenz sind zwei verschiedene Dinge – gezeigt hat die Studie nur das Erste. Studienbedingte Nebenwirkungen wurden nicht gemeldet. Da auch die Vergleichsgruppe eine Maßnahme erhielt, nämlich die Schulung, wurden Hörgeräte mit einer aktiven Alternative verglichen und nicht damit, gar nichts zu tun.
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Quellen
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