
Ein unauffälliger Hinweis auf dem Praxiscomputer verringerte Stürze bei älteren Menschen leicht
- Randomisierte Studie
- 11.945 Erwachsene ab 65 Jahren
Kein neues Medikament, kein tragbarer Sensor: Die eSTEPS-Studie prüfte einen Hinweis in der elektronischen Patientenakte, der die Sprechstunde nicht unterbrach. Er erleichterte es, passende Kraft- und Gleichgewichtsübungen zu verordnen, an die Physiotherapie zu überweisen und Informationsmaterial auszuhändigen.
Die Auswertung umfasste 22 Hausarztpraxen des Mass General Brigham-Gesundheitssystems, die in vergleichbaren Paaren den Gruppen zugeteilt wurden, sowie 11.945 Erwachsene ab 65 Jahren mit erhöhtem Sturzrisiko. Die Nachbeobachtung dauerte 12 bis 23 Monate. Nach statistischer Anpassung lag die Rate der Personen mit mindestens einem dokumentierten Sturz in Praxen mit Hinweis bei 19,3 pro 100 Personenjahre, gegenüber 21,2 in den anderen Praxen: etwa 9 Prozent niedriger. Auch Sturzverletzungen waren etwas seltener; die Sterblichkeit unterschied sich nicht.
Auffällig ist, wie wenige Menschen die Verordnung erreichte: Nur 22,1 Prozent der Behandelten in den Praxen mit Hinweis bekamen Übungen verschrieben. Wie viele sie tatsächlich machten, ist unbekannt.
Auch die Zählung hat Schwächen. Stürze wurden anhand von Diagnosecodes erfasst, wodurch viele unbemerkt bleiben. Die Praxen mit Hinweis unterschieden sich schon zu Beginn von den anderen; vor statistischer Anpassung war nur der Rückgang selbst berichteter Stürze signifikant. Alles fand in einem Gesundheitssystem mit einer einzigen Softwareplattform statt. Offen bleibt, was eine so kleine Änderung bewirken könnte, wenn deutlich mehr als jeder fünfte Patient eine Verordnung erhielte.
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