
Hochverarbeitete Lebensmittel zeigten insgesamt keinen Zusammenhang mit Darmkrebs – einzelne Gruppen dagegen schon
- Beobachtungsstudie
- 461.682 Erwachsene von 50 bis 71 Jahren
- Median 18,8 Jahre
Wenn hochverarbeitete Lebensmittel das Darmkrebsrisiko erhöhen, sollte sich das in einer Studie mit 461.682 Menschen und einer medianen Nachbeobachtung von 18,8 Jahren gut erkennen lassen. Insgesamt zeigte sich der Zusammenhang nicht. Bei den 50- bis 71-jährigen US-Erwachsenen der NIH-AARP-Studie war die Darmkrebsrate im Fünftel mit dem höchsten Verzehr ähnlich wie im Fünftel mit dem niedrigsten. Insgesamt traten 10.075 Fälle auf.
Die Kategorie reicht von Frühstückscerealien bis zu Hotdogs. Als die Forschenden sie aufteilten, wiesen die Ergebnisse in unterschiedliche Richtungen. Rekonstituierte Fleisch- und Fischprodukte waren mit einem etwa 10 Prozent höheren Risiko verbunden, Frühstückscerealien mit einem 16 Prozent niedrigeren und Brot mit einem 9 Prozent niedrigeren. Auch Ballaststoffe und Kalzium aus hochverarbeiteten Lebensmitteln gingen mit geringerem Risiko einher: 28 Prozent weniger je zusätzliche 10 Gramm Ballaststoffe täglich und 23 Prozent weniger je 300 Milligramm Kalzium.
Auch die gesamte Ernährungsqualität spielte eine Rolle. Gegenüber Menschen, die sich gut ernährten und wenig Hochverarbeitetes aßen, hatten Menschen mit schlechter Ernährung ein um 22 Prozent höheres Risiko in der Gruppe mit dem höchsten Verzehr und ein um 28 Prozent höheres in der Gruppe mit dem zweitniedrigsten. Schlechte Ernährungsqualität ging also auch bei relativ geringem Verzehr hochverarbeiteter Produkte mit zusätzlichem Risiko einher.
Es bleiben erhebliche Lücken. Die Ernährung wurde nur einmal, 1995–1996, per Selbstauskunft erfasst, überwiegend bei älteren weißen US-Amerikanern; das heutige Lebensmittelangebot ist anders. Die Einordnung ganzer Lebensmittel als hochverarbeitet kann Produkte falsch zuordnen, und Zusatzstoffe ließen sich nicht untersuchen. Bei den vielen zusätzlichen Vergleichen könnten manche Unterschiede Zufall sein. Die Ergebnisse lenken den Blick stärker auf den Inhalt als auf die Herstellung von Lebensmitteln. Eine Beobachtungsstudie kann diese Erklärung aber nur nahelegen, nicht belegen.
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Quellen
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