
Ein hundert Jahre alter Tuberkuloseimpfstoff milderte Tau-Schäden bei Mäusen
- Tier- oder Laborstudie
BCG, ein Impfstoff gegen Tuberkulose, wird auch zur Behandlung von Blasenkrebs eingesetzt. Beobachtungsstudien bei diesen Patienten zeigten einen ungewöhnlichen Zusammenhang: Die Behandlung ging mit weniger Demenzerkrankungen einher. Ob der Impfstoff dafür verantwortlich war und wie er wirken könnte, ließ sich daraus nicht ableiten.
Eine Studie in Science Advances ging der Frage an PS19-Mäusen nach. Diese Tiere entwickeln Tau-Verklumpungen; Tau ist ein Protein, das sich im Gehirn krankhaft ansammeln kann. Die Mäuse erhielten im Alter von 3 Monaten BCG oder Kochsalzlösung und wurden Monate später untersucht.
Die geimpften Mäuse hatten weniger chemisch verändertes Tau im Hippocampus, einer für das Gedächtnis wichtigen Hirnregion. Ihr Gehirn war weniger geschrumpft, sie erkannten neue Gegenstände besser und lebten länger.
BCG programmierte Immunzellen um, die anschließend mehr Tau-Fibrillen aufnahmen. Das könnte die Ergebnisse mit erklären, doch der Mechanismus ist noch nicht bestätigt. PS19-Mäuse bilden Tau-Schäden ab, nicht die gesamte Alzheimerkrankheit. Beim Menschen stammt der Hinweis weiterhin aus rückblickenden Untersuchungen von Menschen mit Blasenkrebs, nicht aus einer klinischen Studie mit zugeteilter Behandlung. Ob BCG Menschen sicher vor Demenz schützt, ist unbekannt.
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