
Stehschreibtische und vertikale Mäuse halfen bei schmerzenden Armen, Nacken und Schultern kaum
- Metaanalyse
- 2.478 Teilnehmende
Ein Stehschreibtisch, eine vertikale Maus, ein Stuhl, der eine bessere Haltung verspricht: Die Büroergonomie lebt von der Idee, dass die richtige Ausstattung Nacken- oder Armschmerzen lindern kann. Ein neuer Cochrane-Review hat dieses Versprechen an den vorhandenen Studien gemessen und für Menschen, die bereits Beschwerden haben, wenig Belege gefunden.
Der Review aktualisiert eine Fassung von 2013 und fasst 20 randomisierte oder quasi-randomisierte Studien mit 2.478 Teilnehmenden zusammen. Die meisten untersuchten allgemeine arbeitsbedingte Beschwerden an Arm, Nacken oder Schulter, vier befassten sich mit bestimmten Erkrankungen wie dem Karpaltunnelsyndrom. Die Maßnahmen reichten vom Stehschreibtisch über die vertikale Maus bis zu Schulungsprogrammen.
Verglichen mit keiner Behandlung, der üblichen Versorgung oder einem Placebo änderten die ergonomischen Anpassungen wenig bis nichts an Schmerzen, Alltagsfunktion, Krankschreibungen oder Genesung. Im Vergleich mit Bewegungstraining verbesserte Ergonomie möglicherweise die Lebensqualität. Ob es etwas bringt, sie mit anderen Behandlungen zu kombinieren, ließ sich wegen zu unsicherer Daten nicht beurteilen.
Ein Teil des Problems liegt in den Studien selbst. Viele hatten methodische Schwächen, und die Forschenden bewerteten die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz als niedrig bis moderat. Zudem betrachtete der Review nur die Behandlung bestehender Beschwerden; ob ein besser eingerichteter Arbeitsplatz Schmerzen von vornherein verhindert, lässt sich daraus nicht ableiten. Manche Gruppen könnten dennoch profitieren, vor allem wenn Ergonomie Teil eines umfassenderen Programms ist. Das zentrale Fazit der Forschenden ist ein Aufruf zu besseren Studien.
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